Mittwoch
06
November 2013

Riccardo Panfili

erster Preisträger des Stipendiums der Hans Werner Henze-Stiftung
Auf seiner Sitzung am 5. November 2013 hat der künstlerische Beirat gemeinsam mit dem Vorstand einstimmig beschlossen, das erste Stipendium der Hans Werner Henze-Stiftung an den italienischen Komponisten Riccardo Panfili zu verleihen. Damit ist für zwei Jahre eine monatliche Zahlung verbunden.

 

Riccardo Panfili, geboren und aufgewachsen in Terni in Umbrien, hat schon in jungen Jahren kämpfen müssen, um der Musik den ihr zustehenden Platz in seinem Leben einräumen zu können. Der Vater, viele Verwandte und Väter von Freunden waren Arbeiter in der Stahlfabrik und betrachteten Musik und besonders das Komponieren als brotlose Kunst.

Panfili aber hat sich durchgesetzt; mit 24 hatte er sein Diplom mit Bestnoten in den Fächern Klavier und Komposition in der Tasche, und mit 26 Jahren schloss er die Meisterklasse von Azio Corghi an der Accademia Chigiana in Siena ab. Im Jahr 2006 gewann er den ersten Preis des internationalen Kompositionswettbewerbs des Orchestra Nazionale di Santa Cecilia in Rom für sein Orchesterstück „Danzario“, das schließlich dortselbst 2009 mit Antonio Pappano am Pult uraufgeführt wurde.

Bei dieser Gelegenheit wurde Hans Werner Henze auf den jungen Kollegen aufmerksam; er war geradezu begeistert von dem neuen Werk, in dem sich übermütig, frisch und unbekümmert ein ganz persönlicher Stil des Komponisten offenbarte.

Zwischenzeitlich gewann Panfili 2008 den 2. Preis beim „Henri Dutilleux“-Kompositionswettbewerb (unter 210 Teilnehmern aus 41 Ländern), bei dem Dutilleux persönlich der Jury vorstand, den 3. Preis beim internationalen Kompositionswettbewerb „Egidio Carella“ und den 3. Preis beim internationalen Kompositionswettbewerb „Ton de Leeuw“ in Tirana. Während die RAI 2010 sein Stück „Le roi Bombance“ für den International Rostrum of Composers“ in Lisssabon ausgewählt hatte, setzten sich 2011 die Ehrungen mit dem ersten Preis beim internatipnalen Kompositionswettbewerb „A. Camillo Togni“, dem „Premio Nino Carloni“ und dem „Premio Play.it“ des Regionalorchesters der Toscana (für das Auftragswerk „Mappe immaginarie“) fort. Seine Stücke wurden von renommierten Orchestern und Ensembles aufgeführt, darunter das Orchestra Nazionale di Santa Cecilia in Rom,  das Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai di Torino, das Orchestra Filarmonica di Torino, das Orchestra della Fondazione “A. Toscanini” di Parma, die Ensembles „Dedalo“, „InCanto“, „Tema“, „Ensemble Dutilleux“ (Tours), das „Ton de Leuuw Ensemble“ in Tirana. Ein besonderes Anliegen des Komponisten ist die Kooperation mit dem  International Human Rights Orchestra, und mit dem Perkussionsensemble „Tetraktis“ verbindet ihn eine langährige Zusammenarbeit.

Zu den Dirigenten, die seine Stücke leiteten, zählen Sir Antonio Pappano, Pietro Mianiti, Fabio Maestri, Vittorio Parisi, Carlos Izcaray oder Mauro Bonifacio. Pappano wird im Frühjahr 2014 sein neuestes Werk mit dem Orchestra del Teatro alla Scala di Milano uraufführen.

Trotz dieser frühen Erfolge hat sich Riccardo Panfili im Frühjahr 2011 entschieden, Hans Werner Henze bei der Reinschrift von dessen letzten beiden Werken, „An den Wind“ und „Ouverture zu einem Theater“, zu assistieren.


Künstlerischer Beirat und Vorstand der Hans Werner Henze-Stiftung sind davon überzeugt, das der Maestro mit der Verleihung des ersten Stipendiums der Stiftung an Riccardo Panfili sehr einverstanden wäre, und dass mit der Wahl Panfilis als Stipendiat ein Komponist unterstützt wird, der einen ausgeprägten Personalstil jedweder Schule oder Doktrin bevorzugt.

 

Riccardo Panfili möchte mit dem Stipendium zwei Projekte realisieren – ein Orchesterstück, in dem er Motive von Hans Werner Henze zitiert und eine moderne, heutige Version von „Antigone“ für das El Cimarrón-Ensemble.

Werkliste von Riccardo Panfili

 

Cenotafi (2006)
Su versi tratti dalle Robâ’iyyât di Omar Khayyâm per soprano e ensemble
clarinetto basso, percussioni, trombone, violino, violoncello
Durata: 9' 00''

Danzario - Rito di passaggio in forma musicale (2006)
orchestra
Durata: 15' 00''

Frecciarotta (2012)
Una cantata ferroviaria su libretto di Etierre Seicento
voci, coro, orchestra

Inno alla notte
soprano, violino, chitarra

Interno Olandese (2005)
per ensemble
clarinetto, flauto, violino, violoncello
Durata: 8' 00''

Iubilatio Doctoris Fausti (2010)
trombone, pianoforte
Durata: 15' 00''
trombone (sordine Plunger, Bucket) e pianoforte

Judge Somers
liberamente ispirato all’epitaffio “Judge Somers” di E. Lee Masters
voce, pianoforte

La lettre voilée II (2012)
Sfinge - Agon - Steele
flauto, violino, pianoforte

Le Roi Bombance (Re Baldoria) (2009)
4 percussioni

Mappe immaginarie (2011)
ensemble

No, non s' u.s.a. in Oriente (2004)
voce recitante

Nuova composizione per pianoforte
pianoforte

Out … (2012)
per corni, percussioni ed archi

Quando cade l’acrobata, entrano i clown (2010)
ensemble , voce recitante

Savon de Marsilio
percussioni (4 esecutori)

Steppenwolf (2010)
voce, ensemble

Tre falsari per Velazquez (2004)
2 violini, viola, violoncello

Variazioni del Doktor Murnau sul Tema dei Fedeli (2005)
per ensemble
clarinetto, percussioni, violino, viola, violoncello
Durata: 9' 00''

Á bout de souffle
per clarinetto e quartetto d’archi
clarinetto, 2 violini, viola, violoncello
Durata: 9' 00''