Samstag
10
Februar 2018
Casa di Goethe · Rom · Italien

Canti di Colore · Farbenlieder · Songs of Colour

Ausstellung im Casa di Goethe, Rom, 10.2.-20.5.2018
Kurator: Michael Kerstan
Ausstellungsinszenierung: Nanà Cecchi
Eine Ausstellung der Casa di Goethe in Zusammenarbeit mit Cantiere Internazionale d’Arte (Montepulciano), Berliner Philharmoniker, Hans Werner Henze-Stiftung und Paul Sacher-Stiftung Basel

10.2.-20.5.2018

 

In der neuen Wechselausstellung der Casa di Goethe geht es um Hans-Werner Henze (1926-2012) – einen der bekanntesten deutschen Komponisten und Dirigenten des 20. Jahrhunderts: Jahrzehntelang lebte H.W. Henze in Italien machte sich auch als Schriftsteller einen Namen. Neben eigenen, z.T. von seinen Kompositionen inspirierten bildkünstlerischen Arbeiten werden auch Fotographien, Manuskripte, Musikalien und persönliche Gegenstände dieser außergewöhnlich vielseitigen Musikerpersönlichkeit präsentiert.

Im Mittelpunkt steht eine Auswahl der zwischen 1975 und 2007 entstandenen Aquarelle und Skizzen, die Henze bereits vor 25 Jahren der Paul Sacher Stiftung in Basel übergab. Nach der Ausstellungstation Montepulciano wird eine Auswahl von ca. 60 Blättern nun zum ersten Mal in Rom gezeigt.

Zeichnen und Malen waren für den seit jeher von der Bildenden Kunst faszinierten Komponisten Hobby aus Leidenschaft, und die Ergebnisse seinerzeit nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Vielleicht gerade deswegen berühren sie durch Schlichtheit, Ausdrucksfreude, Originalität, Humor und Fantasie. Die Bilder zeigen nicht nur Henzes Leben auf dem Lande in der Nähe von Rom, sondern auch Opernhelden und Szenen seiner Werke . Die malerische Imagination oder die Nachinterpretation der eigenen musikalischen Werke vermitteln Einblicke in den kreativen Prozess Henzes beim Erschaffen seiner Musik.
Die Ausstellung in der Casa di Goethe vermittelt aber auch einen Überblick über die Biographie des undogmatischen und politisch links stehenden Avantgardisten. 1953 wanderte Henze nach Italien aus und lebte in Ischia, Neapel, später in Rom und Castel Gandolfo: In Marino in den Albaner Bergen fand er seinen dauerhaften Wohnsitz. Fotos, Briefe und private Objekte erzählen von den persönlichen Freundschaften des Musikers zu führenden Künstlern seiner Zeit, darunter die österreichische Dichterin Ingeborg Bachmann, mit der er intensiv zusammenarbeitete.

In der Ausstellung sind außerdem Videoausschnitte von Interviews, Dokumentarfilmen und Beispiele aus Henzes musikalischem Schaffen zu sehen.

Die seinerzeit mit Henze befreundete italienische Bühnen- und Kostümbildnerin Nanà Cecchi (u.a. Zusammenarbeit mit Peter Stein am Bolshoi-Theater Moskau und an der Scala in Mailand) gestaltete die Ausstellungsinszenierung im römischen Goethe-Museum, die von einem umfangreichen musikalischen Programm mit Henze-Werken begleitet wird (in Kooperation mit der Hans Werner Henze-Stiftung, dem 1976 von Henze gegründeten Festival „Cantiere Internazionale d‘Arte Montepulciano“ und der Kulturabteilung der deutschen Botschaft Rom)

Katalog

 

Herausgegeben von Michael Kerstan
Edizione Hans Werner Henze Stiftung, 2017
(Italienisch/Deutsch/Englisch)