Freitag
24
Januar 2014
Mozart-Saal · Alte Oper · Frankfurt/Main · Deutschland

Apollo et Hyazinthus

Improvisationen für Cembalo, Altstimme und acht Soloinstrumente über das Gedicht "Im Park" von Georg Trakl
Ensemble Modern
Dirigent: Erik Nielsen

CENTRAL STATION
Von Darmstadt in die Welt.
Abschlusskonzert der Reihe „Prisma Darmstadt“

Henze bezeichnete sein Stück „Apollo et Hyazinthus“  im Untertitel als „Improvisationen für Cembalo, Altstimme und acht Solo-Instrumente“. Er fand, dass zum ersten Mal in seiner Arbeit die neuen Einsichten in die Komposition mit zwölf Tönen, die er bei René Leibowitz in den Darmstädter Ferienkursen und durch den Austausch mit Josef Rufer erlangt hatte, in ihrer klanglichen Verwirklichung mit Poesie und Sujet des Stücks in Übereinstimmung gekommen sind.

Und diese beschreibt er in seinem Aufsatz „Erste Werke“ so: „So hatte ich mir am Anfang des Stücks vorgestellt, wie Apollo in den archaischen Hain einfällt. Sein Flügelschlag, der plötzlich sich verdunkelnde Himmel und dann das große lichtvolle Schweigen der Gnade und fazu die merkwürdige, zarte sinnliche Erregung aller Menschen und Tiere sollten mit einem so abstrakten Mittel wie dem Cembalo und acht Kammermusik-Instrumenten dargestellt werden.“ (Musik und Politik, S. 26)In der Tat suggeriert der Einsatz des Cembalos eine barocke Atmosphäre, die aber sogleich durch die Farben der Melancholie verneint wird.Am Ende singt eine Altstimme das ewig traurige Gedicht von Gerog Trakl, „Im Park“:

Wieder wandelnd im alten Park,
O! Stille gelb und roter Blumen.
Ihr auch trauert, ihr sanften Götter,
Und das herbstliche Gold der Ulme.
Reglos ragt am bläulichen Weiher
Das Rohr, verstummt am Abend die Drossel.
O! dann neige auch du die Stirne
Vor der Ahnen verfallenem Marmor.


http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0