Als Mensch wie als Künstler war Hans-Werner Henze mit Widersprüchen konfrontiert. Als westlicher Kommunist im Kalten Krieg, als traditionsverbundener Komponist, der die Klänge in der "Tiefe der Zeit" verortete und dafür von der Avantgarde angefeindet wurde oder als Liebender, der im konservativen Italien eine zweite Heimat fand. Nicht erst seit seiner intensiven Freundschaft mit Inge Bachmann waren Musik und Sprache für ihn untrennbar verbunden.
Henze war der produktivste Opernkomponist seiner Zeit und Gründer der Münchner Biennale für neues Musiktheater. Und war er – vielleicht gerade weil er Widersprüche aushalten konnte - ungemein produktiv: als Komponist auch von Sinfonien, Kammermusik und radiophoner Kunst, als engagierter Musikvermittler, Autor, Dirigent und Kompositionsprofessor. Kurz vor seinem 100. Geburtstag am 1. Juli erkunden wir das "Wunderwerk" Henze.
Mit Martina Seeber
(Quelle: SWR)