Zum 100. Geburtstag ihres Stifters (*1.7.1926) produziert die Hans Werner Henze-Stiftung in Kooperation mit dem Musikjournalismuskollektiv MUJK eine Podcast-Serie: Darin wird die Relevanz des Komponisten, seines Werkens und Wirkens nicht nur zu Lebzeiten, sondern auch für künftige Generationen hör- und erfahrbar gemacht.
Der Podcast “Hans Werner who?! – Warum Sie Henze kennen müssen”
widmet sich einigen seiner Lebensthemen, wie
- Freiheit
- Antifaschismus
- Flucht
- Verletzlichkeit
- Utopie einer besseren Welt
- Freundschaft und Sexualität
und anderen, damals wie heute aktuellen Themen.
Wer war Hans Werner Henze? Egal, ob Sie diesen Namen noch nie gehört haben oder ob sie zum Kreis seiner glühenden Verehrerinnen und Verehrer gehören: In diesem Podcast können Sie ihn neu oder erneut kennenlernen.
Freuen Sie sich darauf, mit uns und namhaften Gesprächspartner:innen die Welt Hans Werner Henzes zu erkunden.
Musik:
Hans Werner Henze
Kammerkonzert für Solo-Klavier, Solo-Flöte und Streicher, II. und III. Satz
Ballett-Variationen
Mit freundlicher Genehmigung von Wergo (Schott Music)
WER 66632
Komponieren brauchte Henze wie die Luft zum Atmen. Sein früherer Schüler Detlev Glanert meint, Henze habe das vielfach erlittene Grauen der Welt in positive Energie verwandelt. Er arbeitete bis zu 16 Stunden täglich und schleppte seine Kölner Kompositionsklasse in die Kneipe, wo bis weit nach Mitternacht Kölsch und Kreativität nur so sprudelten.
Außerdem in dieser Folge: Wieso sich Komponieren manchmal anfühlt wie ein Marathon und warum man versuchen sollte, den Radiergummi als Freund zu betrachten.
Zum Gast: Detlev Glanert (*1960) ist ein deutscher Komponist und hat in den 1980er-Jahren bei Hans Werner Henze in Köln studiert. Mehr über ihn und sein eigenes Schaffen finden Sie hier.
Musikzitate:
Hans Werner Henze
Elogium musicum - amatissimi amici nunc remoti, I. Satz
Mit freundlicher Genehmigung des Gewandhausorchesters, Leipzig
(Mitschnitt der Uraufführung vom 2. Oktober 2008)
Detlev Glanert
Oceane, II. Akt
Mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Oper Berlin
Es war ein Skandal: Bei einer Henze-Uraufführung 1957 verließen Pierre Boulez, Luigi Nono und Karlheinz Stockhausen demonstrativ den Saal. Henzes Musik war ihnen „zu schön“ – eine Demütigung, die Henze niemals vergessen hat.
In dieser Episode spricht Christiane Albiez über ihren Freund Hans. Als Mitarbeiterin bei Schott Music arbeitete sie über Jahrzehnte eng mit dem Komponisten zusammen; sie erinnert sich an ewige Telefonate, sängerische Autofahrten und die Empfindsamkeit einer starken Persönlichkeit.
Musikzitate:
Hans Werner Henze
Kammerkonzert für Solo-Klavier, Solo-Flöte und Streicher, II. und III. Satz
Mit freundlicher Genehmigung von Wergo (Schott Music), WER 66632
Hans Werner Henze
Boulevard Solitude, Prolog & Szene 1
Aufnahme vom 17.09.1953, mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Rundfunks
Hans Werner Henze
Nachtstücke und Arien. Für Sopran und großes Orchester,
Aria II: Mit schlaftrunkenen Vögeln
Mit freundlicher Genehmigung von Wergo (Schott Music), WER 66372
In Hans Werner Henzes Opern prallen Männerbilder aufeinander: Ein verträumter Prinz ringt mit einem militanten Fürsten, ein feinsinniger Student mit seiner gefühlskalten Umgebung, und immer wieder schimmert Henzes eigene Homosexualität als Thema durch, ohne die – wie er selbst sagte – sein Werk nicht verstanden werden kann.
Was verraten Klänge und Themen über den Menschen Hans Werner Henze?
Und was macht seine Musik zu einem akustischen Krimi? Darüber spricht in dieser Folge Antje Tumat, eine der renommiertesten Henze-Forscherinnen der Gegenwart.
Musikzitate:
Hans Werner Henze
Der Prinz von Homburg
Akt II Szene 2, die “Todesfurchtszene”
Mit freundlicher Genehmigung von Capriccio (C5405)
Hans Werner Henze
Boulevard Solitude, Prolog & Szene 1
Aufnahme vom 17.09.1953, mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Rundfunks
Mit Kunst an der Zukunft werkeln: Henze entwarf 1976 den Cantiere Internazionale d’Arte in Montepulciano als Werkstatt für soziales Engagement und künstlerische Experimente.
Laien und Profis arbeiten zusammen, Einheimische musizieren, kochen und beherbergen die unentgeltlich auftretenden Gäste.
Das Festival ließ die Stadt erblühen; es feiert diesen Sommer sein 50-jähriges Bestehen. Was bleibt von Henzes Utopie? Und wie erlebt die Bevölkerung diese Kunstwerkstatt? Davon berichtet Elena Minetti, die den Cantiere schon als Kind hautnah erlebte und heute Henzes Werk als Musikwissenschaftlerin erforscht.
Musikzitate:
Hans Werner Henze
Pollichino
Preludio für Blockföten
Mit freundlicher Genehmigung von Wergo (Schott Music), WER 66642
Hans Werner Henze
Royal Winter Music
Sonate über Gestalten von Shakespeare für Gitarre solo
Mit freundlicher Genehmigung von Marco Minà
„Henze ist ein Monument seiner Zeit“, sagt Kunsthistoriker und Kurator Norman Rosenthal.
In dieser Folge spricht der 81-jährige Brite und Sohn einer deutschen Jüdin über Gemeinsamkeiten zwischen Georg Baselitz und Hans Werner Henze. Beide wurden geprägt von den düsteren Bildern und Erlebnissen der Kriegs- und Nachkriegszeit. Das Leben Henzes selbst nennt Rosenthal „einen schönen Roman mit tragischen Momenten“ und legt allen ans Herz, bloß kein Konzert mit Werken von Henze zu verpassen – denn seine Musik berge eine ganz besondere Mischung aus Freude und Aufklärung.
Musikzitate:
Hans Werner Henze
Undine
4a. Adagio
11. Adagio
Mit freundlicher Genehmigung der Oper Graz
Hans Werner Henze
Voices – Stimmen. Liederzyklus
„Schluss“
„Screams"
Ensemble Musikfabrik, Ltg. Johannes Kalitzke
Mit freundlicher Genehmigung von CPO
Wie war Hans Werner Henze als Chef? Das weiß wohl niemand besser als Christa Pfeffer. Auf sein Geheiß kam sie zur Münchener Biennale, wurde später seine persönliche Mitarbeiterin und enge Freundin. Sie schildert Henze als pünktlich, großzügig und aufmerksam, aber auch empfindlich bei Kritik. Im Gespräch erzählt Christa Pfeffer von Henzes Selbstverständnis als Künstler, der Atmosphäre in seiner Villa in Marino bei Rom und warum er nicht alleine sein konnte.
Musikzitate:
Hans Werner Henze
Elegie für junge Liebende
Ausschnitt aus 1. Teil und
Szene: Bergführer, 2. Teil
Mit freundlicher Genehmigung des Labels Deutsche Schallplatten (DS 1050-2)
Hans Werner Henze
Das Floß der Medusa
Teil 1: “Versuche zur Rettung: Drei Tage Kampf um das Schiff”
Mit freundlicher Genehmigung von Capriccio und dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien (C5482)
Peter Ruzicka und Hans Werner Henze lernten sich 1968 bei den Proben zum "Floß der Medusa" kennen. Das Oratorium brachte Revolte und Klassenkampf auf die Bühne und in den Zuschauerraum. Studierende sollten rote Fahnen schwenken und Kampflieder singen. Doch die Uraufführung platzte. Warum, erzählt Ruzicka im Gespräch. Er berichtet von der freundschaftlichen Lehrer-Schüler-Beziehung zu Henze und wie er dessen Münchener Biennale im Sinne ihres Gründers weiterführte: Produktionen für alle, mit künstlerischer Tiefe, Neugier und Freude am Experiment.
Musikzitate:
Hans Werner Henze
Das Floß der Medusa
2. Teil: “Mitternacht. Wolken sind aufgezogen. Die Rechnung zum Tode”
Mit freundlicher Genehmigung von Capriccio und dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien (C5482)
Hans Werner Henze
Das Floß der Medusa
1. Teil: “Wir schauten auf. Ballade vom Verrat”
Mit freundlicher Genehmigung von Capriccio und dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien (C5482)
Hans Werner Henze
L'Upupa
1. Tableau: Der Alte
Mit freundlicher Genehmigung der Uni Graz, CD-Reihe "Klangdebuts" (Vol. 38)
Peter Ruzicka
Benjamin Symphonie: VI.
Mit freundlicher Genehmigung von Hänssler Classic (HC23053)
Leben, denken und arbeiten bis zum Maximum: Das habe Henze zeitlebens versucht, sagt die Regisseurin Elisabeth Stöppler. Sie inszenierte zwei seiner Opern und traf den Komponisten, der sich ihre Ideen im Lehnstuhl anhörte, flankiert von seinen italienischen Windspielen, vor dem Kamin. Doch auch seine schwierige Seite bekam sie zu spüren: Nach einer Generalprobe schrieb Henze ihr einen bösen Brief. Wie trotzdem eine zweite Zusammenarbeit gelang, erzählt sie im Gespräch. Es geht um Henzes flamboyante Persönlichkeit, seine Suche nach Resonanz und die Frage, wem ein Werk eigentlich gehört.
Musikzitate:
Hans Werner Henze
Gisela! oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks
2. Teil, Szene 7 + 1. Teil, Szene 1
Mit freundlicher Genehmigung des Ensemble Musikfabrik
Hans Werner Henze
Wir erreichen den Fluss
Finale + 1. Teil, Szene 6
Mit freundlicher Genehmigung der Hamburgischen Staatsoper
Henzes Musik hat unvergleichliche Größe, sagt Dirigent Markus Stenz.
Die Zusammenarbeit mit dem Komponisten prägt seine Biografie bis heute, er leitete mehrere Ur- und Erstaufführungen und hat zahlreiche Werke auf CD eingespielt.
So richtig reinschmeißen könne er sich in diese Musik – aber sie sei auch zerstörbar.
Was die Interpretation so knifflig macht, wie man Henzes Musik zum Strahlen bringt und was die Essenz seiner Werke ist, erzählt Markus Stenz in dieser Podcastfolge.
Musikzitate
Hans Werner Henze
Gisela! oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks
Mit freundlicher Genehmigung des Ensemble Musikfabrik
Hans Werner Henze
Symphonie Nr. 7
Mit freundlicher Genehmigung von Wergo (Schott Music)
Hans Werner Henze
Sinfonia N. 8
Mit freundlicher Genehmigung von Wergo (Schott Music)