Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze waren fast gleich alt. Mit 26 Jahren trafen sie sich auf einer Tagung der Gruppe 47. Mit Henze wagte Bachmann den Aufbruch nach Süden. Die gemeinsamen Monate auf Ischia im Jahr 1953 bilden den mythischen Ausgangspunkt ihrer Beziehung. Ingeborg Bachmanns Gedichtzyklus „Lieder von einer Insel“ kündet genauso davon wie ihr Hörspiel „Die Zikaden“, zu dem Henze die Musik schrieb. Bachmann und Henze erlebten ekstatische Augenblicke der Gemeinsamkeit in der Kunst – und deprimierende Abstürze im alltäglichen Leben. Spätestens mit der Uraufführung seines „Undine“-Balletts in London 1958 wird Henze zum internationalen Star. Bachmann hingegen erleidet durch die Beziehung mit Max Frisch ihr Lebenstrauma, ihre Äußerungen werden immer karger und verzweifelter.
Mit dem Doppelportrait von Helmut Böttiger erinnert WDR 3 an den 100.Geburtstag der beiden große Künstler Im Sommer 2026
Von: Helmut Böttiger
Redaktion im WDR: Adrian Winkler
Produktion: DLF Kultur 2006