“La Cubana” war ein Auftragswerk des New Yorker Fernsehsenders Channel 13, der es 1974 erstmals ausstrahlte. Der Komponist wollte immer eine bühnentaugliche Reduzierung der monumentalen Besetzung (36 Solo-Partien, Ballett, Statisterie) mit dem Titel “La piccola Cubana” anfertigen, doch eine solche kam erst an seinem 10. Todestag zustande, realisiert von Henzes ehemaligem Assistenten Jobst Liebrecht. Die Uraufführung dieser Fassung war ursprünglich für die Osterfestspiele Salzburg 2020 unter dem damaligen Intendsnten Peter Ruzicka vorgesehen, was aber durch die Pandemieverordnungen verhindert worden war und erst 2022 von der Staatsoper Berlin nachgeholt wurde.
Für die italienische Erstaufführung legte das Ensemble großen Wert darauf, die Produktion leicht und “reisefähig” zu halten, gemäß dem Untertitel des Werks, “Vaudeville”, was man etwas salopp mit “Revue” übersetzen könnte.
Während die Besetzung von “El Cimarrón” bereits feststand, wurden Sänger:innen, Schauspielerinnen und Musizierende für “La piccola Cubana” mit großer Sorgfalt ausgewählt. Der Dirigent Roland Böer (GMD am Staatstheater Nürnberg) sagte sofort begeistert zu, ebenso die Kostümbildnerin Christine Knoll, die wegen einer Absage erst sehr spät in das Projekt eingestiegen ist. Sie musste in kurzer Zeit 35 Kostüme entwerfen und beschaffen. Noch später stieß der Korrepetitor Hojun Kang zum Team, der das Stück in sagenhaften drei Tagen studiert hatte.
Da die Bühnenkünstler überwiegend in der Schweiz leben, sollte die erste Probenphase in Zürich stattfinden. Wir probten in einem Band-Probenraum und im Kulturbahnhof Affoltern, Kurzname “KubaA”, eine schöne Koinzidenz.
Die Tutti-Proben mit allen Musizierenden und Darstellenden wurden nach Bad Dürrnberg bei Salzburg verlegt: Dort stand uns der sehr schöne Saal der Bergknappenkapelle Dürrnberg zur Verfügung mit einem spektakulären Blick die Salzach abwärts bis nach Salzburg.
Für die Schlussproben sind dann alle Beteiligten nach Rom umgezogen. Verteilt über verschiedene Apartments und Zimmer in der Stadt, fand man sich dann täglich im Teatro Nazionale für die Schlussproben zusammen.