Am 1. Juli 2026 wäre Hans Werner Henze 100 Jahre alt geworden. Als Jugendlicher liest er heimlich verbotene Literatur – bis ihn der eigene Vater bei der Polizei anzeigt. Diese Erfahrung prägt sein Verhältnis zu Kunst, Politik und Autorität. In „Voices“ vertont Henze Texte von Heberto Padilla, Ho Chi Minh, Bertolt Brecht und vielen anderen: Es geht um Zensur, Gefängnis, Revolution und Solidarität mit Unterdrückten. Begleitet werden die Singstimmen von einem kleinen Ensemble, das fast ein ganzes Klangmuseum bedient: rund 80 Instrumente, Transistorradio und Rugbypfeife inklusive. Heraus kommt eine wilde Protestmusik: solidarisch, skeptisch, grell – und nie auf Linie.
(Quelle: WDR 3)
Autor: Ben Süverkrüp
Host & Redaktion: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR