Leitgedanken für den Cantiere Internazionale d'Arte Montepulciano aus dem Jahr 1989, publiziert im Programmbuch des Cantiere 2022.
Der Komponist hat diesen Text verfasst, um die Einzigartigkeit des Cantiere herauszustellen und langfristig dessen ökonomisches Überleben zu sichern.

Mit der Gründung der Münchener Biennale, für welche die Stadt München alle zwei Jahre fünf bis sechs Kompositionsaufträge erteilte, gelang es Hans Werner Henze, die Uraufführung neuer Musiktheaterwerke ins Zentrum der internationalen Öffentlichkeit zu rücken und so entscheidend zur Erneuerung des Genres beizutragen.

Hans Werner Henze hatte eine besondere Beziehung zu Berlin, die sich schon in den letzten Wochen des 2. Weltkrieges zu bilden begann. Er ist häufig in die Stadt zurückgekehrt, ob als Dirigent der Berliner Philharmoniker, als Fellow des Wissenschaftskollegs oder um die zahlreichen Ur- und Erstaufführungen seiner Opern an den drei Berliner Opernhäusern zu besuchen.

Im Jahr 1984 gründete Hans Werner Henze ein neues Jugendmusikfest in Deutschlandsberg, Steiermark. Bekanntlich war ihm schon 1976 mit dem Aufbau des Cantiere Internazionale d’Arte in Montepulciano, Toskana, ein Coup gelungen, mit dem er die Förderung künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten bei Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Laien enorm vorangebracht und die gesellschaftliche Relevanz kultureller Bildung bewiesen hatte.

Von 1981 bis 1983 verbrachte Hans Werner Henze die letzten Tage des Oktobers jeweils in der Nordsteiermark, um dort mit Jugendlichen und Laien neue Musik zu entwickeln und aufzuführen. Seinen Wunsch aber, mit Jugendlichen zu komponieren, wollten die Verantwortlichen nicht mittragen, und so endete unversehens die Zusammenarbeit.

Hans Werner Henze gründete den Cantiere 1976 und leitete ihn fünf Jahre lang. Mit der Verwirklichung gemeinsamer Projekte von Einwohnern aller Altersgruppen mit international angesehenen Künstlern und Nachwuchskräften wurde er schnell zu einem der wichtigsten Musikfestivals Italiens und auch Europas, wenn man den Fokus auf die pädagogischen und sozialen Implikationen legt.

Hans Kumpf schloss im Herbst 1973 eine musiktheoretische Arbeit mit dem Titel „Wechselwirkungen und Parallelen zwischen Strömungen in der Postseriellen Musik und im Jazz seit 1960“ ab. Das Jazz Podium veröffentlicht daraus inzwischen überarbeitete und ergänzte Teile.

Hier ein Interview, das Hans Werner Henze während seines ersten Kuba-Aufenthaltes anlässlich der kubanischen Erstaufführung von Das Floß der Medusa gegeben hat:

In seiner Autobiografie erinnert sich Hans Werner Henze an die Umstände der geplatzten Uraufführung seines Oratoriums Das Floß der Medusa am 9. Dezember 1968 in Hamburg.

Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke und seiner Ausweisung aus der Schweiz erholt sich Dutschke auf La Leprara, 1968. Auszug aus der Autobiografie "Reiselieder mit böhmischen Quinten: Autobiographische Mitteilungen 1926–1995"


Biografien

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